Häufig gestellte Fragen

Arbeitsbedingungen

Unter welchen Arbeitsbedingungen werden Mammut-Produkte hergestellt?

Alle Partner – seien es Mitarbeitende, Lieferanten, Beschäftigte entlang der Zulieferkette, oder Kunden – müssen sich fair und gesetzeskonform verhalten. Denn MAMMUT ist überzeugt: Ein Unternehmen hat langfristig nur Erfolg, wenn es grundlegende Werte beachtet und glaubwürdig handelt. Der "Code of Labour Practices" regelt die Arbeitsbedingungen entlang der Zulieferkette. Als Mitglied der Fair Wear Foundation (FWF) engagiert sich MAMMUT, diesen Verhaltenskodex systematisch und schrittweise umzusetzen.

Wie kontrolliert Mammut die Arbeitsbedingungen bei seinen Produzenten?

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – und glaubwürdiger. MAMMUT führt ein internes Managementsystem zur kontinuierlichen Überwachung und steten Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Zulieferkette. Die unabhängige Initiative Fair Wear Foundation (FWF), der MAMMUT als erstes Bergsportunternehmen per 1. Oktober 2008 beigetreten ist, führt unabhängige Kontrollen durch.

Zahlt Mammut faire Löhne?

In den meisten Ländern gelten gesetzliche Mindestlöhne. Durch Audits von unabhängigen Drittparteien und eigenen Lohnerhebungen bei unseren Lieferanten überprüft Mammut, dass diese von allen Lieferanten eingehalten werden. Die Fabrikaudits, welche 2014 von Teams der Fair Wear Foundation bei unseren Lieferanten durchgeführt wurden, haben bestätigt, dass alle überprüften Lieferanten den Fabrikarbeitern Löhne über dem gesetzlichen Mindestlohn bezahlen. 2012 hat Mammut die Geschäftsbeziehung mit einem indischen Lieferanten beendet, weil dieser Löhne unter dem gesetzlichen Minimum bezahlt und sich geweigert hat, diese nach oben anzupassen.
Wir investieren viel Zeit in den Aufbau von Wissen und Know-How bezüglich Living Wages. Zu diesem Zweck besuchen unsere Mitarbeiter regelmässig Seminare und neue Publikationen, Reports und Erkenntnisse werden systematisch analysiert. Das Thema ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen mit dem Mammut Management und unseren Lieferanten. Zusätzlich tauschen wir uns regelmässig mit anderen FWF Mitgliedern und NGOs darüber aus, wie Fortschritte bezüglich der Definition und Umsetzung von Living Wages erzielt werden können. Leider bestehen gegenwärtig noch viele Hürden, welche überwunden werden müssen, um flächendeckend und nachhaltig faire Löhne garantieren zu können. So existiert zum Beispiel noch immer keine einheitliche Definition für ein Living Wage, welche von den unterschiedlichen Interessegruppen akzeptiert wird. Die Fair Wear Foundation hat diese und andere Hürden auf dem Weg zu fairen Löhnen zusammengetragen und erläutert diese auf dem neuen Living Wage Portal. Diese Hürden gilt es in den kommenden Jahren eine um die andere zu überwinden.

Produziert Mammut in Ländern wie China, wo Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung vorkommen?

MAMMUT Artikel werden etwa je zur Hälfte in Europa und in Fernost hergestellt. Der grösste Anteil der Wertschöpfungskette liegt in der Schweiz, im MAMMUT-Mutterhaus (Seon) und im Footwear Design- & Entwicklungszentrum (Frauenfeld). In Seon unterhält MAMMUT nebst der eigenen Seilproduktion, welche nach wie vor 100%ig in der Schweiz lokalisiert ist, eine grosse Design- und Entwicklungsabteilung, Innovations- und Technologie-Management, sowie das Product-Management. Auch Logistik und Einkauf werden von der Schweiz aus abgewickelt. MAMMUT hat über die letzten Jahre über 100 Arbeitsplätze geschaffen und zählt heute mehr als 220 feste Mitarbeiter/-innen, die die Arbeiten in der Schweiz sicherstellen. 160 Stellenprozent setzen sich ausschliesslich mit Aspekten der Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung auseinander.

In Fernost bezieht MAMMUT hauptsächlich aus China und Vietnam. In so genannten Hochrisikoländern produziert Mammut bewusst nicht. Vor Ort befinden sich zwei fest angestellte Mitarbeiter, die den gesamten Produktions- und Entwicklungsprozess vollständig begleiten. Grund für diese Auslagerung ist einerseits der Preis, andererseits die Tatsache, dass die innovativen Verarbeitungstechnologien und –Maschinen in Europa fast gänzlich fehlen und im Fernen Osten ein deutlich höheres Qualitätsniveau vorzufinden ist.

MAMMUT will auch in Zukunft ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Produktion in Fernost und Europa haben. Denn in beiden Standorten bestehen langjährige und ausgewogene Geschäftsbeziehungen, was gerade auch für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen eine gute Ausgangslage bildet.

Werden Mammut-Produkte von Kinderhand hergestellt?

MAMMUT verbietet Kinderarbeit gemäss Code of Labour Practices. Durch eine systematische Überwachung der Arbeitsbedingungen bei Zulieferbetrieben sowie ausgewogene Geschäftsbeziehungen wird sichergestellt, dass diese Vorgabe auch eingehalten wird. MAMMUT ist kein Fall von Kinderarbeit bei einem Zulieferbetrieb bekannt. Allerdings kann angesichts der komplexen, globalen Zulieferketten keine 100%ige Garantie abgegeben werden, dass dies auch zukünftig auszuschliessen ist.

Was unternimmt Mammut gegen Überstunden?

Saisonale Überzeit ist ein komplexes Problem in der Bekleidungsindustrie. Die gesamte Industrie produziert Sommer- und Winter-Kollektionen, was bedeutet, dass jedes Geschäft in jedem Land jedes Kleidungsstück zum genau gleichen Zeitpunkt bestellt. Die Händler platzieren ihre Bestellungen jeweils nach den Messen, welche ungefähr ein halbes Jahr vor dem Saisonstart in den Läden stattfinden. Dann startet der Wettlauf gegen die Zeit, um die benötigten Materialien zu bestellen und die Kleidungsstücke rechtzeitig auf den Saisonstart zu produzieren.
Übermässige Überzeit wird in vielen Fabriken festgestellt, welche von Audit Teams der Fair Wear Foundation überprüft werden. Um dieses Problem abzuschwächen haben wir den Bestellzeitpunkt substanziell nach vorne verlegt und teilen schon in sehr frühen Phasen des Produktionszyklus detaillierte Mengenerwartungen mit unseren Lieferanten. Falls die effektiven Bestellungen substanziell von den kommunizierten Erwartungen abweichen, versuchen wir den vereinbarten Lieferzeitpunkt mit anderen Bestellungen beim gleichen Lieferanten zu tauschen, damit der Produzent für unsere Bestellungen keine zusätzlichen Kapazitäten benötigt. Bestellungen für klassische Produkte, die während mehreren Saisons im Sortiment bleiben, platzieren wir normalerweise in der Nebensaison.
Trotz dieser Massnahmen kommt es auch bei unseren Lieferanten immer wieder zu Überzeit, speziell in China. Die Gründe dafür sind vielfältig: Produzenten, welche ihre Kapazitäten gezielt überbuchen oder die Mühe bekunden, genügend Arbeiter zu rekrutieren (speziell in China und Vietnam); Verspätungen von bestellten Materialien; Qualitäts- oder Infrastrukturprobleme (Stromausfälle, etc.); oder andere Auftraggeber der selben Fabrik, welche ihre Bestellmengen kurzfristig erhöhen.
Jedes Mal, wenn bei einem unserer Produzenten übermässige Überzeit festgestellt wird, versuchen wir die Ursache dafür in ausführlichen Diskussionen mit dem betroffenen Lieferanten zu eruieren. Denn in allen Fabriken ist Mammut nicht der einzige Auftraggeber, was bedeutet, dass die Ursache für die Überzeit bei uns, oder aber auch bei einer anderen Marke liegen kann.
 

Hat Mammut Geschäftsbeziehungen zu einem Produzenten unterbrochen aufgrund von Arbeitsrechtsverletzungen?

MAMMUT setzt auf langjährige und faire Geschäftsbeziehungen und auf einen offenen Dialog mit seinen Anspruchsgruppen, seien es Lieferanten, Kunden, Mitarbeitende oder Weitere. So werden auch die Umsetzung des Verhaltenskodexes und die systematische Überwachung der Arbeitsbedingungen offen und pro aktiv thematisiert. Trotz der der Tatsache, dass das Thema soziale Unternehmensverantwortung („Corporate Social Responsibility“) bei unseren Produzenten ebenso fest verankert ist wie bei MAMMUT, kann es zu Defiziten zum Verhaltenskodex kommen. Daraus wird jeweils gemeinsam mit dem betroffenen Lieferanten ein Verbesserungsmassnahmenplan vereinbart. Mehr dazu finden Sie hier.

Wer ist die Fair Wear Foundation?

Die Fair Wear Foundation (FWF) ist eine unabhängige Multi-Stakeholder-Initiative und setzt sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie ein. Mehr dazu in der Rubrik "people".

Warum wurde Mammut Mitglied der Fair Wear Foundation?

Umfassender Sozialstandard, unabhängige Verifizierung und sehr hohe Anforderungen an Mitgliedsfirmen – MAMMUT ist vom Ansatz der Fair Wear Foundation (FWF) überzeugt. Im Bereich der „social compliance“, also der Einhaltung von sozialen Standards, gibt es eine ganze Anzahl verschiedener Initiativen und Ansätze. Zu den bekannteren zählen beispielsweise die Fair Labour Association (FLA) in den USA, die Ethical Trading Initiative (ETI) in Grossbirtannien, die Social Accountability International (SAI-SA8000) oder die Business Social Compliance Initiative (BSCI). Diese Initiativen unterscheiden sich mehr oder minder in ihren Sozialstandards und ihrem Ansatz.

Für Firmen gibt es viele gute Gründe, einer solchen Initiative beizutreten. Dazu zählt namentlich die erhöhte Glaubwürdigkeit des sozialen Firmenengagements dank externer und unabhängiger Kontrolle. MAMMUT setzt sich seit Ende der 1990’ Jahre mit dem Thema Arbeitsbedingungen auseinander. Im 2003 wurde der Mammut Verhaltenskodex eingeführt, der sich praktisch mit dem FWF Code of Labour Practices deckt. Nach intensiver Auseinandersetzung mit allen Initiativen entschied sich das Schweizer Bergsportunternehmen schliesslich für den anspruchsvollsten Ansatz mit der FWF.

Die FWF gilt gegenwärtig als „best practice“, denn sie hat nicht nur den umfassendsten Sozialstandard, sondern auch sehr hohe Anforderungen betreffend systematische Überwachung, internes Management und Transparenz.

Governance

Wie transparent ist Mammut?

Nichtregierungsorganisationen (NGO) messen dem „Corporate Responsibility“ Reporting ein hohes Gewicht bei, denn Transparenz geht Hand in Hand mit Glaubwürdigkeit. Kommuniziert eine Firma offen und ehrlich, hat sie auch nichts zu verstecken.
Als Mitglied der Fair Wear Foundation (FWF) verpflichtet sich MAMMUT zur transparenten jährlichen Berichterstattung. Dieser soll – ähnlich dem regulären Geschäftsbericht – Aufschluss geben über umgesetzte Massnahmen, Herausforderungen und Ziele im Bereich Corporate Responsibility. MAMMUT veröffentlichte einen ersten Sozialen Jahresbericht im 2009 und arbeitet nun an deren Erweiterung um ökologische und gesellschaftliche Themen.

Produkte

Verwendet Mammut Daune aus Lebendrupf?

Mammut fordert von seinen Lieferanten, Lebendrupf zu untersagen und nur Daune aus verantwortungsvoller und tierfreundlicher Haltung zu verwenden. Per Vertrag wird dies explizit geregelt, zudem verlangt MAMMUT vom Produzenten entsprechende Test-Zertifikate gemäss dem IDFL (International Down and Feather Laboratory). Mehr dazu hier.

Leider kann keine 100prozentige Garantie abgegeben werden, um Lebendrupf gänzlich auszuschliessen. Die regelmässigen Kontrollen ermöglichen wohl einen Rückschluss auf die faire Tierhaltung und Daunengewinnung, gleichzeitig kann auch da mal etwas durchgehen.
 

Verwendet Mammut Merinowolle aus Mulesing?

Mammut verwendet Merinowolle bei der funktionellen Unterwäsche. Bei der Beschaffung der Wolle wird darauf geachtet, dass diese unter tierfreundlichen Bedingungen gewonnen wurde und nicht etwa nach der Mulesing-Prozedur. Die Herausforderung liegt allerdings in der Umsetzung dieser Richtlinien: In gewaschenem Zustand ist es bei Wolle schwierig zu erkennen, ob sie tierfreundlich gewonnen wurde. Selten besteht eine direkte Geschäftsbeziehung und somit eine direkte Einflussnahme zum Wolllieferanten. Und schliesslich ist auch ein Zertifikat noch nicht die Lösung, denn dieses spiegelt auch nur eine Momentaufnahme und bringt wenig, wenn dahinter nicht auch eine Systematik steckt, d.h. ein follow-up und kontinuierliche Kontrolle.

Wer ist bluesign?

Um Unbedenklichkeit sowohl in der Herstellung als auch am Endprodukt zu garantieren, arbeitet Mammut eng mit bluesign technologies zusammen. Diese durchleuchtet sämtliche Herstellungsprozesse, so dass erst gar keine bedenklichen Substanzen Eingang finden (das sog. Input Stream Management). Kernstück des bluesign® Ansatzes ist der strenge bluesign® Standard, der sich an den härtesten internationalen Umweltstandards und Grenzwerten orientiert. Darüber hinaus stützt er sich als einziger Standard weltweit auch auf umfangreiche Risikoanalysen.

Verwendet Mammut PFC?

Mammut will nicht nur die besten Outdoor- und Bergsport-Produkte für seine Kunden anbieten, sondern auch den bestmöglichen ökologischen Fussabdruck hinterlassen. Aus Überzeugung und nicht nur weil der Markt es verlangt! Realistische Möglichkeiten und langfristige, allumfassende Lösungen sind dabei das Ziel. Zusammen mit bluesign technologies arbeitet der Schweizer Bergsportausrüster an der schnellstmöglichen Eliminierung von PFOA und sucht nach reellen Alternativen.

Mammut stellt höchste Anforderungen an Qualität, Funktionalität und Sicherheit seiner Produkte. Der Kunde kann sich in jeder Lage – ob unterwegs auf dem Eis oder in der Felswand – auf seine Mammut Ausrüstung verlassen. Denselben Anspruch stellt Mammut an die Wertschöpfungskette. Auch die Herstellung soll den hohen Qualitäts- und Sicherheitsansprüchen entsprechen und unbedenklich sein für Mensch und Natur.

Mammut ist sich der Problematik bezüglich PFOA bewusst. Es handelt sich um Spurenverunreinigungen in bestimmten PFCs (perfluorinated chemicals). Letztere werden in der Textilindustrie vor allem aufgrund ihrer wasser-, öl- und schmutzabweisenden Eigenschaften verwendet. PFC-behandelte Stoffe tragen somit zur hohen Leistungsfähigkeit von funktioneller Textilprodukten beim Einsatz im Bergsport bei. Bedenken bestehen unter anderem aufgrund der Anreicherung der Substanzen in der Umwelt durch Abfallprodukte und Abwässer und dadurch eventuell auch über die Nahrungskette im menschlichen Organismus. Leider sind sie kaum biologisch abbaubar.

Bis 2015 will Mammut Einsatzstoffe zur Herstellung von funktioneller Bekleidung haben, die frei sind von PFOA-Spurenverunreinigungen. Bedeutende Schritte in diese Richtung wurden bereits unternommen: Im Januar 2011 wurde Mammut Systempartner von bluesign technologies und verpflichtete sich als solcher zur Umsetzung des strengen bluesign® Standards. Dieser reguliert alle relevanten bei PFCs auftretenden Verunreinigungen mit strikten, niedrigen Grenzwerten.

Die grosse Herausforderung besteht allerdings darin, dass die heute auf dem Markt verfügbaren Behandlungsmethoden noch nicht gleich leistungsfähige Produkteigenschaften generieren können. Die Entwicklung von ökologisch wie funktionell vertretbaren Alternativen steht deshalb im Fokus. Zusammen mit bluesign technologies sowie weiteren Herstellern der Outdoorsport-Branche, Fachleuten, Stoffherstellern, Textilveredlern und der textilchemischen Industrie arbeitet Mammut an der Entwicklung neuer Technologien.