Cédric Lachat - Pro Team
Geboren am: 4.8.1990
Wohnort: Axams bei Innsbruck
Meine Lieblingsprodukte:
Die Mammut-Produkte finde ich eigentlich alle gut! Nebenstehend trotzdem eine kleine Auswahl.
Bevorzugte Klettergebiete:
Es gibt viele schöne Klettergebiete und ein paar, die passen mir überhaupt nicht. Oder es gibt Gebiet, in denen eine Route wunderschön ist.
Schöne Gebiete sind:
- Monaco
- Céuse
- Georges du Tarn
- Osp
Bevorzugte Routen:
Keine speziellen, ich gehe in Klettergebiete und klettere was mir gefällt. Dieses Jahr versuche ich möglichst viel onsight zu klettern. Deshalb bin ich nicht so sehr an schwierigen Routen interessiert.
Favourite Links:
http://www.albinoblacksheep.com/flash/llama.php
http://www.david-lama.com/
David ist ständig auf Achse
Über Auffahrt kurz nach Italien, über Pfingsten nach Frankreich? „Reinis Vibes", 8c+, in Arco rotpunkt klettern und dann in Céuse „Ultimate Sacrifice" 8c+ und „Total Eclatch" 8c abhaken. Gebiete, in denen David Lama Routen findet, die er noch nicht geklettert ist, werden immer rarer. Immerhin: Über „Bastilla", seine erste 8b+ onsight, habe er sich riesig gefreut, findet der 14-Jährige. Im Herbst steht die erste Reise nach Amerika an. Zusammen mit seinen Schweizer Kletterkollegen Christina, Daniel und Thomas Schmid, Nina Caprez und Remo Sommer erobert er das Land der Amerikanos. „Die Kids werden dort drüben abräumen", sind sich Freunde sicher. David findet: „Hauptsache klettern und mit Kollegen zusammen sein!" Sein perfekter Tag: „Keine Schule, aufstehen, den ganzen Tag klettern, essen!" Für die Verpflegung der Kids ist jedenfalls gesorgt. Davids Vater Rinzi und Mutter Claudia bilden das Küchenteam. Dass ihn seine Eltern begleiten stört David nicht. „Das passt schon. Wir reisen ja meist zusammen. Ausser in die Schweiz zum Daniel, da fahr ich alleine hin."
Normal Sterbliche und Andere
David Lama! Wunderkind am Fels? Naturtalent im Extrembereich? Sicher ist: Normal Sterbliche klettern wenn’s hoch kommt 8a-Routen. David ist vierzehn Jahre alt, eins sechzig gross hat eben seine erste 8c+ rotpunkt geklettert und sagt: „Muss wohl Talent sein."
So gelassen kann man fast nicht sein. Ob bei der Show in Zürich, an der Seite von François Legrand und vor hunderten von Zuschauern, an seinem ersten internationalen Wettkampf in Friedrichshafen oder an den Jugend Europacup Bewerben, David gewinnt die Herzen der Zuschauer und sämtliche Wettkämpfe ohne mit der Wimper zu zucken, mit nepalesischer Lockerheit und österreichischer Zielstrebigkeit. „Klettern ist Davids Leben", sagt Mutter Claudia, „da unterscheidet er sich kaum von andern Teenagern, die gerne Sport treiben." Unterscheiden tut sich David aber in seiner Leistung. Dass er bereits jetzt in der Lage ist, die schwierigsten Routen der Welt zu klettern, ist ein Wunder für sich.
Davids Gefühl für Fels
„David hatte von Anfang an dieses Gefühl für den Fels", weiss Claudia Lama. Mit sieben Jahren hat der Sohn einer Österreicherin und eines nepalesischen Sherpas an einem Jugendlager des Everest Besteigers Peter Habeler teilgenommen. „Peter hat uns nach einer Woche angerufen und gesagt, dass wir vorbeikommen sollten, um uns David anzuschauen. Der Bub steige so schön, stehe perfekt und habe ein unglaubliches Gefühl für den Fels!" Danach haben sich die Lamas nach Klettermöglichkeiten in ihrer Umgebung umgeschaut und sind auf den Jugendtrainer Reinhold Scherer gestossen. Scherer trainiert David noch heute und kennt seinen Schützling: „David hat nicht nur Talent, er hat auch einen starken Kopf. Seine Eltern lassen ihm die Wahl, das zu tun, was er möchte. Er will klettern und das macht er mit einer für sein Alter ungewöhnlichen Zielstrebigkeit." Scherer stellt Trainingspläne zusammen, was schliesslich trainiert wird, bestimmt David selbst. „Er spürt sehr genau, was er noch verbessern kann und arbeitet dann konsequent daran", so Scherer. Bereits jetzt bestreitet David viele Wettkämpfe und ist dafür in ganz Europa unterwegs. Besteht da nicht die Gefahr, ausgebrannt zu sein bevor’s richtig losgeht? „Niemand kann sagen, was in vier Jahren ist", sagt Claudia Lama klar, „David möchte jetzt klettern, also soll er klettern." Und Scherer meint: „Wettkämpfe laufen bei David sowieso nebenher. Er ist viel zu sehr auf den Fels fixiert, als dass er sich da in etwas versteigen könnte."
Gegen die Grossen
David selbst erinnert sich weder an seine ersten Kletterversuche, noch macht er sich zu viele Gedanken über die Zukunft. „Ich möchte Profi werden, mich mit andern messen, reisen und so viel wie möglich am Fels klettern", sagt er. „Das ist im Augenblick alles", sagt er auch. Zur Zeit besucht David ein Sportgymnasium in Innsbruck, bestreitet reduziert Europacup-Bewerbe und tritt an Einladungs-Wettkämpfen hin und wieder gegen die Grossen an. An der Jugend-WM 2004 in Edinburgh holt er sich die Goldmedaille und gewinnt später auch den European Youth Cup. Speziell vorbereiten muss sich David auf diese Events nicht, denn: „Wenn Du kurz vor dem Wettkampf nicht fit bist, hilft die ganze Vorbereitung nichts." Meint er gelassen, und zur WM: „Ich hab’ eigentlich gedacht, dass ich etwas an meiner Ausdauer arbeiten müsste, weil ich vor allem Maximalkraft trainiert habe. Wir haben jedoch einen Ausdauertest gemacht und festgestellt, dass eigentlich alles gut ist." Alles ist gut in David’s Welt, alles einfach. David gewinnt, steigt Routen von denen andere nur träumen, ist manchmal „furchtbar pubertär", wie seine Mama sagt, hat „Flausen" im Kopf, verwendet Schimpfwörter, kämpft (aber schreit nicht: „Das habe ich mir noch nicht angewöhnt."), scherzt, lacht, überlegt. Kann sich David überhaupt noch selber überraschen? „Klar", sagt er zufrieden, „als ich meine erste 8b+Routen onsight (im ersten Versuch) geklettert bin, da hab ich mich unheimlich drüber gefreut." Oder beim Snowboarden. „Im Winter gehe ich mindestens einmal pro Woche fahren. Aber da gehör ich definitiv zu den normal Sterblichen", bemerkt er lachend.
