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Cédric Lachat - Pro Team

Geburtstag: 17.08.1984

Beruf: Profikletterer

Geburtsort: Schelten (BE)

Aktueller Wohnort: 2900 Porrentruy

Karriere Highlights:

  • 1. Juniorenweltmeisterschaft Canteleu (FR) 2002
  • 1. Weltcup in Schlieren (CH) 2005
  • 1. Gesamtklassement im Europacup der Junioren 01, 02, 03
  • 7 Podiumplätze im Weltcup der Elite
  • 2 Schweizer Meister Titel und mehrere 1. Plätze an nationalen Bewerben

Cédric will "besser sein als alle anderen"
Cédric Lachat kämpft, tobt, schreit, beisst sich durch und klettert einen Zug weiter als alle andern. Cédric hält den Top-Griff in der Hand und grinst. So sehen sie aus, die ganz gewöhnlichen „Cédric klettert, kämpft und gewinnt Szenen". „Ich will der beste Kletterer der Welt werden, alles gewinnen und die schwierigsten Routen am Fels klettern", sagt der Weltranglisten-Sechste selbstbewusst. Cédric ist 21, zweifacher Schweizer Meister und dreifacher Europameister im Difficulty. Die meisten seiner Konkurrenten sind um einiges älter als er. Im Jahr 2003 hat er bei den Grossen zum ersten Mal auf dem Podest gestanden. Er wird dritter am Weltcup in Kranj und gewinnt drei der sechs Europacup-Bewerbe. Cédric ist ein Wettkampftyp, kaum einer geht ans Limit wie er, kaum einer zeigt so viele Emotionen dabei. „Ich liebe Wettkämpfe", sagt er begeistert, „ich liebe es zu gewinnen und ich hasse es zu verlieren!"

En route
Zu Hause im Jurassischen Porrentruy ist Cédric nur selten. Seine Lehre hat er abgeschlossen, inzwischen konzentriert er sich voll aufs Klettern, arbeitet zwischendurch noch aushilfsweise. Über seinen Job will er nicht reden. Er arbeite gerne, meint Cédric: „Aber wenn, dann hundert Prozent! Klettern ist mir im Augenblick jedoch wichtiger." Schon jetzt ist er für Wettkämpfe weltweit unterwegs. Er wurde ans legendäre Rock Masters in Arco eingeladen, gewann das Mammut Masters in Thun und den Weltcup in Zürich und kletterte am Weltcup in Singapore. Die Reisen mag er - die Städte nicht wirklich. „Grosstädte sind absolut nicht mein Fall!" findet er lachend. Seine Freizeit verbringt er lieber mit Kletterkollege Anthony Sapey in Chamonix, oder Freundin Nina Caprez, klettert in Cëuse oder sonst wo in Frankreich. Dass er nicht oft zu Hause ist, findet Cédric nicht weiter schlimm: „Ich bin kein Familienmensch." Seine Familie seien die Kletterkollegen. Die Schweizer Anthony Sapey und Daniel Winkler sind in Cédrics Alter. Zusammen sind sie im letzten Jahr Europacup geklettert. Zusammen haben sie ihre Erfolge gefeiert. „Das können wir Welschen gut. Wir feiern gern", grinst Cédric.

Cédric, wie sieht für Dich der perfekte Tag aus?
Der perfekte Tag ist einer, an dem alles gut läuft

  • Gewinnen, wenn meine Freundin dabei ist
  • Felsklettern mit meinen Freunden und dabei den ganzen Tag Spass haben, dabei keine Fehler machen
  • Einfach mit seinen Freunden zusammen sein

An einem perfekten Tag läuft alles problemlos wie in einem Traum.

Wen rufst Du nach einem erfolgreichen Tag zuerst an?
Eigentlich niemanden, ich bin nicht der Typ, der viel Wind um einen Sieg macht. Ich mache die Dinge für mich, nicht um andern davon zu erzählen! Wenn überhaupt ruf’ ich meinen Bruder Raphaël an, Nadège, meine beste Freundin oder, wenn sie nicht dabei ist, meine Freundin.

Dreht sich in Deinem Leben alles um den Bergsport / ums Klettern? Wofür bleibt daneben noch Zeit?
Da ich schon klettere, seit ich ganz klein bin, mag ich Klettern wirklich sehr. Aber man kann nicht behaupten, dass das mein ganzes Leben ist. Ich mag’ auch andere Sachen. Alles, was mich nicht langweilt. Ich hasse es rumzuhängen! Mir gefallen ausgefallene Dinge... verrückte Dinge... aber da sind auch meine Freundin, meine Freunde, der Ausgang, die Reisen. Ich bin nicht gern alleine, deshalb mag ich auch mein zu Hause.

Wie, wo, durch wen bist Du zum ersten Mal mit Deinem Sport in Kontakt gekommen?
Ich war noch ganz klein und ich wollte es meinem Bruder Raphaël nachmachen. Eines Tages hat er einen Einführungstag besucht und ich wollte mit ihm mit. Da ich gleich stark war haben wir unter dem jurassischen Trainer Carlos Sébastian weiter trainiert. Er hat uns bis ins Schweizer Kader geführt.

Was lässt Dein Herz höher schlagen?
Adrenalin! Ich liebe aufregende Dinge, ich mag es Angst zu haben und Situationen zu meistern die hart sind. Ich mag es nicht, wenn man von Anfang an gewonnen hat.

Hat’s schon gefährliche Aktionen gegeben? Welche? Wie hast Du reagiert?
Gefährliche Momente gab’s in meinem Leben schon oft. Man kann wirklich sagen, dass mein Leben unter einem guten Stern steht, da ich schon ein paar Mal knapp am Tod vorbeigeschrammt bin. Ich hatte oft Glück und meist richtig reagiert. Ich habe jedes Mal aus meinen Fehlern gelernt. Die verrücktesten Dinge passierten jedoch nicht am Fels...Aber natürlich gab’s auch dort ein paar Schrecksituationen. Aber eigentlich ist klettern nicht gefährlich, wenn man aufpasst! Manchmal passieren Fehler trotzdem schnell.

Wo verbringst Du Deinen Urlaub?
Meine Arbeit besteht darin, zu trainieren, am Fels zu klettern, so gesehen bin ich eigentlich immer in den Ferien. Ich bin gerne in Frankreich, Céuse, der Zustieg ist etwas hart, aber der Fels und die Landschaft sind einfach prächtig. Es gibt noch mehr Orte, die ich gerne sehen würde, Voraussetzung ist einfach, dass es schön ist und dass es Felsen hat, damit ich mich nicht langweile.

Hast du spezielle Projekte / Expeditionen im Hinterkopf?
Meine Projekte sind einfach, ich möchte der beste Kletterer der Welt werden, die schwierigsten Routen der Welt klettern. Und eine einfach Sache, die mir jedoch am Herzen liegt: einmal den Mont Blanc besteigen, wen ich Zeit dazu hab.

Lieblingsfilme, Musik?
Ich schaue mir oft DVD’s an, mag’ eigentlich jede Musik, ausser Rap.

Gibt es einen Ort, den Du zum Klettern bevorzugst?
Den Fels. - Es braucht für mich schönen Fels, schöne Routen und eine schöne Landschaft. Klettern besteht nicht nur daraus, an seinen Armen zu ziehen sondern vor allem daraus sich ruhig in der Natur zu bewegen.

Weshalb ist Klettern/Bergsteigen der richtige Sport für Dich?
Ich habe das einfach im Blut, habe schon immer gewusst wie ich’s machen muss. Wenn ich Klettere empfinde ich die grösste Freude. Wenn ich klettere vergesse ich alles und es tut gut an nichts zu denken, als an das, was man eben tut und es gerne tut. Dieser Sport ist meine Droge.

Wie lebst Du?
Ich lebe in einem hübschen Haus auf dem Land. Aber ich bin oft unterwegs, also schlafe ich draussen oder im Hotel. Ich reise häufig mit meinem Auto, man kann schon fast sagen, dass das ein wenig mein Zimmer ist.

Was bedeutet Dir Dein zu Hause?
Mit meinen Freunden zusammen zu sein und mit ihnen zu feiern.

Wo erwachst Du morgens am liebsten?
Am Fuss eines Felsens in den Armen meiner Freundin. Oder sonst an einem Ort, der mich glücklich macht.

Weshalb reisen?
Seit ich auf der Welt bin, reise ich mit meinen Eltern. Ich kann gar nicht sein ohne mich zu bewegen, ich fühle mich verpflichtet zu reisen, das ist mein Leben, es ist wie eine Droge...Eigentlich sind ja alle Menschen gerne im Urlaub, ich mache das, was alle Menschen gerne machen... jeder Fels ist anders, man empfindet immer von neuem Freude, mir geht’s beim Reisen auch darum Neues zu entdecken.

Der perfekte Ort für eine Party?
Nach einem Wettkampf mit allen Kletterern dieser Welt. Der Ort spielt dabei keine Rolle, die Gruppe zählt.

Wer oder was inspiriert Dich?
Ich habe keine Vorbilder, weil ich mich nicht weniger stark fühle als andere! Aber es gibt sicherlich Menschen, die ich respektiere und bewundere, aber ich nennen keine Namen.

Was macht Deinen Sport so aufregend?
Ich mag es, wenn ich ein wenig Angst habe und wenn’s wirklich hart für mich wird. Ich mag es am Limit zu klettern. Und ja, wenn ich natürlich gewinne, motiviert mich das schon sehr...Manchmal habe ich nicht so Lust zu trainieren, dann denke ich an meine Siege und motiviere mich so für’s Training.

Was ist das beste/schlimmste daran ein Profisportler zu sein?
Gewinnen ist wirklich cool, das ist die grösste Belohnung. Und natürlich leben zu können, indem man tut, was man liebt. Klettern ist genial, mit all den Reisen, die damit zusammenhängen. Wie gesagt, das Training ist manchmal hart, aber das sind die Abstriche die man machen muss, wenn man gewinnen will.

Deine dümmste Verletzung?
Bei einem Autounfall habe ich mich am Finger verletzt. Das hat viel Zeit gebraucht, um wieder in Ordnung zu kommen.

Wie bereitest Du Dich auf einen Wettkampf vor?
Ich habe da kein bestimmtes Ritual, das ist für mich eine sehr persönliche Sache und nicht so einfach, wie man denkt.

Welches ist Deine schönste Erinnerung an einen Wettkampf?
Als ich die Juniorenweltmeisterschaft 2002 gewonnen habe, mit all den Jungen der Schweizer Mannschaft. Wir waren ein sehr starkes Team und haben anschliessend ganz schön gefeiert.

Was würdest Du machen, wenn nicht klettern?
Gute Frage, da gibt’s nicht viel, es wäre ehrlich gesagt eine Katastrophe für mich, wenn ich nicht mehr klettern könnte. Einer Sache bin ich mir nämlich sehr sicher: Ich bin ein Wettkampftyp. Also würd’ ich mir wohl eine andere Sportart aussuchen in der ich Wettkämpfe bestreiten und gewinnen könnte.

Beende den Satz "In einem Traum, war ich..."
Ich kann diesen Satz nicht beenden, mein Leben ist ein Traum!

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