Daniel Arnold
 

Der Trip

Der Eidfjord in Norwegen, drei Stunden östlich der Stadt Bergen, ist in der Eiskletterszene für die grosse Zahl seiner Eisfälle (gefrorene Wasserfälle) berühmt. Die beeindruckenden Gebilde aus Eis und Schnee üben mit ihrer Höhe von 500 Metern auf ambitionierte Eiskletterer eine geradezu magische Anziehungskraft aus. Doch das Team um den Fotografen Thomas Senf hatte mehr im Sinn, als den wenigen Tagesstunden nachzulaufen. Sie interessierten sich für die deutlich längere Nacht. „Fotografieren und Filmen in der Nacht ist eine grosse Herausforderung,“ erklärt Thomas Senf. „Die richtige Beleuchtung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Die Möglichkeiten, mit den Faktoren Licht, Zeit und Umgebung zu spielen, sind ebenso grenzenlos wie faszinierend.“ Im Gespräch mit dem Schweizer Bergsporthersteller Mammut entstand die innovative Idee, mit Hilfe von farbigen Leuchtfackeln, Scheinwerfern und Stirnlampen die gigantischen Eisfälle und die nachts darin kletternden Athleten zum Leben zu erwecken – abgelichtet in einer einzigartig mystischen Atmosphäre. Realisiert wurde die Beleuchtung von dem Schweizer Lichtmaler David Hedinger. Durch die Farben, das reflektierende Eis und die sich bewegenden Schatten entstanden Eiskletter-Bilder wie aus einer anderen Welt, aus der Welt der Mythen und Sagen.

Mit den Kletterern des Mammut Teams Daniel Arnold, Stephan Siegrist, David Fasel, Ralf Weber, Ann-Aylin Sigg (alle CH), Aljaz Anderle (SLO) und Mirjam Limmer (D) waren genau die richtigen Fotomodelle mit von der Partie. Bei den mehrstündigen Vorbereitungen war das gesamte Team voll eingebunden. Mit aufwändigen Seilkonstruktionen wurden Lampen im Eis fixiert und gegen 500 Meter Kabel verlegt. Dabei machten es die Eisriesen den Kletterern alles andere als einfach. „Wir seilten das ganze Material von oben in den Fall ab und mussten wegen den wilden Eisformationen oft improvisieren, höchste Konzentration war gefragt“, berichtet Dani Arnold, der den aktuellen Speed-Rekord der Eiger Nordwand hält. Durch die vereinten Kräfte der mit Eisgeräten und Steigeisen bewehrten Kletterer erwiesen sich am Ende selbst die nordischen Eisriesen als bezwingbar.

Der Fotograf Thomas Senf

Thomas Senf wuchs in Leipzig auf. Seine Liebe zu den Bergen liess ihn 2002 mit 21 Jahren in die Schweiz übersiedeln. Dort lebt er in Interlaken im Berner Oberland. Neben seinem Studium als Maschinenbauingenieur zog es ihn stets in die grossen Wände der Welt. So gelang ihm mit Freunden die Erstbegehung der Route Harvest Moon am Thalay Sagar sowie der Nordwand am Arwa Tower im indischen Himalaya. Neben der Ausbildung zum Bergführer begann die Fotografie einen immer wichtigeren Stellenwert einzunehmen. Heute arbeitet er mit der Outdoor-Foto-Agentur Visual Impact zusammen.

Um seine fotografischen Ideen verwirklichen zu können, realisiert Thomas Senf seine Projekte mit einigen der besten Athleten der jeweiligen Sportart. Aufgrund seiner bergsteigerischen Fähigkeiten ist er vor allem auf folgende Gebiete spezialisiert: Bergsteigen, Klettern, Eisklettern, Expeditionen, B.A.S.E., Outdoor, Air, Ski.

„Fackeln explodierten oder erloschen vorzeitig“
Thomas Senf über die Nachtaufnahmen

Schon länger hatte mich dir Frage beschäftigt, wie man in den grossen Bergen mit künstlichem Licht arbeiten könnte, was normalerweise nur ein Fotostudio ermöglicht. Während Gesprächen mit der Firma Mammut entstand daraus die Idee gefrorene Wasserfälle zu beleuchten. Schon öfter war mir die Transparenz und Reflexion des Eises in der Sonne aufgefallen. Norwegen mit seiner nahezu unbegrenzten Anzahl an Eisfällen schien uns der perfekte Ort, um unsere Ideen umzusetzen.
Eiskletterer wurden schon oft fotografiert, auch in der Nacht. Aber was ich mir daheim vorgestellt hatte, liess sich in der eisigen Realität der Norwegischen Nächte viel schwieriger Umsätzen als erwartet. Nur dank vereinter Kräfte und des hohen klettertechnischen Niveaus der Athleten war es möglich die Lampen und Fackeln so zu positionieren, dass das Resultat meinen Erwartungen entsprach. Immer wieder korrigierten die Kletterer mit abenteuerlichen Seilkonstruktionen die Lampen um wenige Zentimeter, damit der Lichtkegel exakt an der richtigen Position war. Fackeln explodierten oder erloschen vorzeitig unter dem fliessenden Wasser.
Wie bei kaum einem meiner Fotoprojekte zuvor war das gegenseitige Vertrauen und das Bewusstsein über Möglichkeiten und Grenzen aller Teilnehmer der Schlüssel zum Erfolg.

„Wenn es Nacht wird klettere ich im Dunkeln weiter“
Daniel Arnold über das Fotoshooting

Der Trip nach Norwegen war für den 29-jährigen Urner und Mammut Pro Team-Athleten Daniel Arnold eine willkommene Abwechslung von seinem sportlichen Alltag. „Dieses Mal stand ausnahmsweise nicht allein die sportliche Höchstleistung im Mittelpunkt sondern die Vision des Fotografen“, berichtet der Eiger Nordwand Rekordhalter rückblickend.
Noch wenige Tage vor der Reise hatte Dani an der Breitwangflue im Berner Oberland einen wahren Eisklettermarathon absolviert. In nur 13 Stunden reihte er drei der schwierigsten Eis- und Mixedkletterrouten der Welt aneinander. Das kurze Tageslicht im Winter reicht selten für solche Extremleistungen. Das stört Dani Arnold jedoch wenig: „Wenn es dunkel wird, schalte ich einfach meine Stirnlampe ein und mache weiter.“ Somit war das Nachtklettern in Norwegen keine gänzlich neue Erfahrung für Dani, wohl aber die eindrücklichen Licht- und Farbeffekte, die durch Scheinwerfer und Leuchtfackeln hinter dem Eis erzeugt wurden. „In einem Moment wirkte der Eisfall wie eine Tropfsteinhöhle, dann wieder wie eine gotische Kathedrale“, erzählt der Schweizer mit Begeisterung in den Augen.
Im Anschluss an das Fotoshooting in Norwegen machte sich Dani Arnold zusammen mit seinem österreichischen Mammut Pro Team-Kollegen David Lama auf nach Alaska, wo den beiden eine spektakuläre Erstbegehung an der 1500 Meter hohen Ostwand des Moose’s Tooth gelang.

 
 
 
 
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