Thomas Senf
 

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Lebensdauer - wann ersetzen

Einen «kleinen» Sportklettersturz kann sogar manch uraltes Seil noch halten. Über eine scharfe Kante dagegen kann selbst ein nagelneues Seil reissen. Deshalb ist die Lebensdauer eines Seils schwer zu definieren. Sie hängt ab von der Benutzungsdauer und -art, von Sturzbelastung und anderen schwächenden Einflüssen. Beim Privatnutzer entscheidet letztlich das persönliche Sicherheitsempfinden – spätestens wenn das Vertrauen in den pelzigen oder störrischen «Strick» nachlässt, sollte man ihn aussondern oder «degradieren», zum Beispiel nur noch zum Topropen verwenden. Für kommerzielle Verwender empfiehlt sich das Führen eines Seilbuches.

Unabhängig von der Benutzungshäufigkeit sollte ein Seil ausgesondert werden, wenn:

  1. das Seil mit Chemikalien, vor allem Säuren, in Berührung kam
  2. der Mantel beschädigt ist und der Kern sichtbar ist
  3. der Mantel extrem abgenutzt oder aussergewöhnlich pelzig ist
  4. der Mantel extrem stark verschoben ist
  5. starke Deformationen auftreten
  6. extreme Belastungen aufs Seil kamen (z.B. starke Stürze deutlich über Sturzfaktor 1)
  7. das Seil extrem verschmutzt ist (Fett, Öl, Teer)
  8. durch Hitze oder Reibung Schmelzverbrennungen entstanden sind.

Anhaltswerte für die Gebrauchsdauer des Seils liefert die folgende Tabelle:

 

Verwendungshäufigkeit Ungefähre Lebensdauer

Nie benutzt

maximal 10 Jahre
Selten benutzt: ein oder zweimal im Jahr bis zu 7 Jahre
Gelegentlich benutzt: einmal pro Monat bis zu 5 Jahre
Regelmässig benutzt: mehrmals pro Monat bis zu 3 Jahre
Häufig benutzt: jede Woche bis zu 1 Jahr
Ständig benutzt: fast täglich weniger als 1 Jahr